Gartenkalender April: Was jetzt gesät, gepflanzt und gepflegt wird

Gartenkalender April: Was jetzt gesät, gepflanzt und gepflegt wird

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Inhaltsverzeichnis

Der April ist der Startmonat im Garten. Alles, was jetzt in die Erde kommt, hat die beste Ausgangslage für die Saison. Gleichzeitig ist der April kein Freifahrtschein: Nachtfröste sind noch möglich, empfindliche Pflanzen brauchen Schutz, und wer zu früh sät, verliert Wochen. Dieser Kalender zeigt Ihnen, was jetzt Sinn macht – Schritt für Schritt, ohne Zeitverlust.

Überblick: Was den April im Garten prägt

Der April steht im Zeichen des Aufbruchs. Die Tage werden länger, die Böden wärmer, aber das Wetter bleibt unberechenbar. Typisch für diesen Monat: warme Tage um 15–18 Grad, nachts aber immer noch Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt – besonders in der ersten Monatshälfte.

Für Sie als Gärtner bedeutet das: Die frostverträglichen Gemüsearten kommen jetzt ins Freilandbeet. Tomaten, Paprika, Kürbis und Zucchini warten noch oder kommen bestenfalls ins Gewächshaus. Wer im März schon mit dem Vorziehen begonnen hat, kann jetzt die ersten Pflänzchen ins Beet setzen.

Tipp

Bodentemperatur prüfen, nicht nur den Kalender: Viele Gärtner säen nach Datum. Besser ist es, die Bodentemperatur zu messen. Bei unter 8 Grad keimt kaum etwas verlässlich. Ein kleines Bodenthermometer kostet wenig und erspart Ihnen vergebliche Aussaaten.

Direktsaat im April: Was jetzt ins Freilandbeet kommt

Folgende Kulturen vertragen kühle Temperaturen gut und können direkt gesät werden – also ohne Vorziehen auf der Fensterbank:

Ab Anfang April (auch bei noch kühlen Nächten):

  • Salat – Pflücksalat, Kopfsalat, Batavia. Säen Sie alle 2–3 Wochen nach, damit Sie den ganzen Sommer ernten können. Salatsamen im Sortiment gibt es günstig in Mischpackungen.
  • Spinat – wächst schnell, verträgt leichten Frost. Enttäuschend im Sommer, daher jetzt die ideale Zeit.
  • Radieschen – in 25–30 Tagen erntereif, perfekter Lückenfüller zwischen anderen Reihen.
  • Erbsen – wachsen sogar bei Bodenfrost an. Stecken Sie die Samen 3–4 cm tief, 8–10 cm Abstand.
  • Petersilie und Dill – langsame Keimer (2–4 Wochen), aber winterhart. Je früher Sie säen, desto besser.
  • Möhren – keimen ab ca. 8 Grad Bodentemperatur. Reihen dünn belegen, später vereinzeln.
  • Pastinaken – ähnlich wie Möhren, aber noch geduldiger. Verbrauchen Sie dasselbe Saatgut nicht aus dem Vorjahr – die Keimfähigkeit lässt schnell nach.

Ab Mitte April (wenn Nachtfröste nachlassen):

  • Bohnen – brauchen mindestens 12 Grad Bodentemperatur. In milden Lagen ab dem 15. April möglich, sonst besser Ende April / Anfang Mai.
  • Mangold und Rote Bete – beide vertragen leichten Frost, aber nicht dauerhaft.
  • Zucchini (in milden Lagen) – direkte Aussaat an Ort und Stelle ist möglich, aber riskant. Besser vorziehen oder Ende April pflanzen.

Frisch gesäte Gemüsepflanzen im Hochbeet im April

Umpflanzen und Auspflanzen: Was nach draußen kommt

Pflanzen, die Sie im Februar oder März vorgezogen haben, kommen jetzt ins Freie – je nach Empfindlichkeit:

Robust (ab Anfang April möglich):

  • Kohlsorten: Weißkohl, Rotkohl, Brokkoli, Kohlrabi – diese vertragen leichten Frost problemlos. Pflanzen Sie mit 40–50 cm Abstand, je nach Sorte.
  • Salat-Jungpflanzen aus dem Anzuchtkasten
  • Zwiebelsätze – einfach in 3–4 cm tiefe Löcher setzen, Spitze nach oben, 10 cm Abstand

Erst ab Ende April / Mitte Mai:

  • Tomaten, Paprika, Auberginen – keine Chance unter 10 Grad. Selbst tagsüber 15 Grad reicht nicht; die Nächte sind das Problem.
  • Kürbis, Zucchini, Gurken – empfindlich gegen Frost und kühle Böden.
  • Basilikum – verträgt keine Kälte unter 12 Grad.

Wer Gemüse auf der Fensterbank vorgezogen hat, kann jetzt die robusteren Pflanzen abhärten: ein paar Tage tagsüber nach draußen, nachts rein. Das nennt sich “Abhärten” und macht die Pflanzen für draußen fit.

Hochbeet im April: Vorbereitung und erste Aussaat

Falls Sie Ihr Hochbeet im März noch nicht vorbereitet haben, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Lesen Sie dazu unsere ausführliche Anleitung zum Hochbeet im Frühjahr vorbereiten.

In Kürze: Die obere Schicht (ca. 10–15 cm) auflockern, bei Bedarf mit frischer Hochbeet-Pflanzerde auffüllen, eine Hand voll Kompost einarbeiten – fertig. Dann können Sie sofort mit der Aussaat beginnen.

Info

Hochbeet erwärmt sich schneller: Die erhöhte Lage und die Kompostfüllung sorgen dafür, dass Hochbeete früher als normale Beete bepflanzbar sind. In einem gut gefüllten Hochbeet können Sie 2–3 Wochen früher mit der Aussaat beginnen als im flachen Beet.

Erdbeeren: April ist Pflanzzeit

Wer neue Erdbeerpflanzen setzen möchte, hat im April eine der besten Gelegenheiten des Jahres. Die Pflanzen wachsen sich bis zum Sommer ein und tragen bereits im ersten Jahr. Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Artikel Erdbeeren im Frühling pflanzen.

Wichtig: Jungpflanzen setzen Sie so, dass das Herzstück (der Mitteltrieb) knapp über der Erde liegt. Zu tief gepflanzt fault die Pflanze, zu hoch trocknet sie aus.

Kartoffeln: Jetzt legen

Wer im März seine Saatkartoffeln vorgekeimt hat, kann sie jetzt ab Anfang April legen. Detaillierte Infos zu Zeitpunkt und Abständen finden Sie im Artikel Kartoffeln pflanzen: Wann, Abstand & Tipps.

Für Einsteiger: Saatkartoffeln kaufen Sie am besten zertifiziert im Handel. Legen Sie in 10–15 cm tiefe Furchen, 30–35 cm Abstand in der Reihe, Reihenabstand ca. 60–70 cm.

Düngen im April: Wann und was

April ist die erste Düngungsrunde des Jahres. Was jetzt Dünger bekommt:

Obstbäume und Beerensträucher: Eine Frühjahrsdüngung direkt nach dem Austrieb liefert Energie für Blüte und Fruchtansatz. Organischer Langzeit-Dünger eignet sich gut, weil er langsam freigesetzt wird und nicht auswäscht.

Rasen: Ende März / Anfang April ist der ideale Zeitpunkt für den ersten Rasendünger der Saison. Ein Rasendünger mit erhöhtem Stickstoffanteil fördert kräftiges Wachstum.

Gemüsebeet: Hier reicht es oft, Kompost einzuarbeiten oder beim Pflanzen etwas Gemüse-Langzeitdünger in die Pflanzlöcher zu geben. Nicht zu viel – besonders Tomaten und Möhren reagieren empfindlich auf zu viel Stickstoff.

Was noch nicht gedüngt werden sollte: Frisch gepflanzte Jungpflanzen in den ersten 2–3 Wochen. Die Wurzeln sind noch nicht ausgebildet genug, um Nährstoffe aufzunehmen.

Pflege im April: Das läuft nebenbei

Schnecken vorbeugen: Mit dem ersten Regen kommen die Schnecken. Legen Sie frühzeitig biologisches Schneckenkorn aus oder stellen Sie Schneckenzäune um empfindliche Beete. Mehr dazu im Artikel Schnecken im Garten bekämpfen.

Unkraut jetzt bekämpfen, nicht später: Im April wächst Unkraut noch langsam. Eine Stunde jetzt spart drei Stunden im Mai. Gehackt wird am besten an trockenen Tagen, damit das Unkraut auf der Oberfläche vertrocknet statt neue Wurzeln zu schlagen.

Gießen: In trockenen Aprilperioden müssen frisch gesetzte Pflanzen und Aussaaten täglich gegossen werden. Wer ein einfaches Tropfbewässerungssystem hat, spart viel Arbeit. Mehr zum Thema in unserem Artikel Bewässerungssystem für den Garten.

Rasen vertikutieren: Mitte April, wenn der Rasen wächst und der Boden nicht mehr nass ist, können Sie vertikutieren. Danach sofort nachsäen.

April-Checkliste: Was Sie nicht vergessen sollten

Aufgabe Zeitpunkt Priorität
Hochbeet auffrischen und bestellen Anfang April Hoch
Salat, Spinat, Radieschen säen Ab 1. April Hoch
Erbsen stecken Ab 1. April Hoch
Kohlpflanzen ins Freiland Ab 5. April Mittel
Erdbeerpflanzen setzen Mitte April Mittel
Kartoffeln legen Ab 5. April Hoch
Obstbäume und Beerensträucher düngen Anfang April Mittel
Schneckenschutz aufbauen Sobald es regnet Mittel
Tomaten / Paprika abhärten Ab Ende April Mittel
Rasen vertikutieren und düngen Mitte April Niedrig

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Was erst im Mai kommt

Damit Sie nicht in Versuchung geraten, zu früh zu starten: Diese Kulturen warten auf die Zeit nach den Eisheiligen (11.–15. Mai):

  • Tomaten, Paprika, Auberginen ins Freiland
  • Gurken, Zucchini, Kürbis ins Freiland
  • Basilikum draußen
  • Mais und Sonnenblumen

Im Mai gibt es dann den nächsten Kalender – bis dahin haben Sie mit den April-Aufgaben genug zu tun.

Häufige Fragen

Was kann ich im April direkt ins Beet säen?
Im April können Sie ohne großes Risiko Salat, Spinat, Radieschen, Möhren, Petersilie, Dill, Erbsen, Pastinaken und Rettich direkt ins Freilandbeet säen. Alle diese Kulturen vertragen leichten Frost und keimen ab Bodentemperaturen von 6–10 Grad. Bohnen und Zucchini sind möglich ab Mitte April in milden Lagen, aber erst Ende April / Anfang Mai wirklich sicher.
Welche Pflanzen werden im April ins Freie umgepflanzt?
Kohlpflanzen (Weiß-, Rotkohl, Brokkoli, Kohlrabi), Kopfsalat, Pflücksalat und Zwiebelsätze können ab Anfang April ins Freilandbeet. Diese Kulturen sind frosthart genug für Aprilnächte. Tomaten, Paprika, Kürbis und Zucchini warten noch – die kommen frühestens Ende April ins Gewächshaus oder Anfang Mai nach draußen.
Wann ist der letzte Frost im April?
Das ist regional sehr unterschiedlich. In Süddeutschland und in Tälern können die letzten Bodenfröste schon Anfang April vorbei sein. In Norddeutschland, Mittelgebirgen und höheren Lagen rechnen Sie bis Mitte April mit Nachtfrösten. Als sichere Grenze gelten die Eisheiligen Mitte Mai – bis dahin sollten empfindliche Pflanzen nachts abgedeckt oder drin sein.
Was muss ich im April im Hochbeet tun?
Wenn noch nicht im März gemacht: Erde auflockern, obere 10–15 cm mit Kompost oder frischer Hochbeeterde auffrischen, einarbeiten. Dann sofort mit der Aussaat starten – im Hochbeet ist die Erde 2–3 Wochen früher bepflanzbar als im normalen Beet. Salat, Spinat, Radieschen und Möhren gehen als Erstes rein.
Sollte ich im April düngen?
Ja, April ist die erste Düngesaison. Obstbäume und Beerensträucher bekommen jetzt ihren Frühjahrsdünger – am besten organisch und langsam wirkend. Rasen düngen Sie mit einem stickstoffbetonten Rasendünger. Gemüsebeete reichen mit Kompost oder einem Langzeit-Gemüsedünger beim Einpflanzen. Frisch gesetzte Jungpflanzen die ersten 2–3 Wochen noch nicht extra düngen.