Gibt es etwas Schöneres, als im Sommer eine sonnenverwöhnte, noch warme Tomate direkt vom Strauch zu pflücken und ihren vollen, unvergleichlichen Geschmack zu genießen? Viele Hobbygärtner träumen davon, und wir bei Querbeetler zeigen Ihnen, wie dieser Traum wahr wird. Mit dieser umfassenden Anleitung begleiten wir Sie Schritt für Schritt vom winzigen Samenkorn bis zu Ihrer ersten reichen Ernte. Entdecken Sie die Freude am eigenen Anbau und die Vielfalt, die Supermärkte oft nicht bieten.
Warum Tomaten selber ziehen? Die Vorteile auf einen Blick
Tomaten selber ziehen mag auf den ersten Blick nach viel Arbeit klingen, doch die Belohnung ist unbezahlbar. Wenn Sie Ihre Tomaten aus Samen ziehen, erleben Sie nicht nur den gesamten Lebenszyklus dieser faszinierenden Pflanze, sondern profitieren auch von einer Fülle an Vorteilen:
- Unübertroffener Geschmack: Selbst angebaute Tomaten schmecken einfach besser. Sie können vollständig am Strauch ausreifen und entwickeln so ihr volles Aroma und ihre Süße, die man bei industriell geernteten Früchten oft vermisst.
- Sortenvielfalt: Im Handel finden Sie meist nur wenige Standardsorten. Wenn Sie Tomaten selber ziehen, steht Ihnen eine riesige Auswahl an Sorten offen - von alten, seltenen Sorten über exotische Farben und Formen bis hin zu Sorten mit besonderen Resistenzen oder Wuchseigenschaften. Entdecken Sie die Vielfalt!
- Kontrolle über Anbau und Qualität: Sie bestimmen, welche Erde verwendet wird, welche Dünger zum Einsatz kommen und wie mit Schädlingen umgegangen wird. So wissen Sie genau, was auf Ihrem Teller landet - frei von unerwünschten Pestiziden und Zusatzstoffen. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstversorgung.
- Kostenersparnis: Obwohl die Anschaffung von Samen und Anzuchtmaterial anfangs eine kleine Investition darstellt, ist der Anbau eigener Tomaten auf lange Sicht oft günstiger, als ständig Jungpflanzen oder reife Früchte zu kaufen.
- Nachhaltigkeit: Der eigene Anbau reduziert Transportwege und Verpackungsmüll. Es ist ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz und fördert ein naturnahes Gärtnern.
- Lehrreich und entspannend: Das Beobachten des Wachstums, das Pflegen der Pflanzen und das Ernten der Früchte sind meditative Tätigkeiten, die den Alltagsstress vergessen lassen und ein tiefes Verständnis für die Natur vermitteln.
Die richtige Sortenwahl: Der Grundstein für Ihren Erfolg
Bevor Sie mit dem Vorziehen beginnen, ist die Wahl der richtigen Tomatensorte entscheidend. Überlegen Sie sich, welche Kriterien für Sie wichtig sind:
- Wuchsform:
- Stabtomaten (unbegrenztes Wachstum): Diese Sorten wachsen kontinuierlich in die Höhe und benötigen eine Stütze. Sie werden ausgegeizt und eignen sich gut für Gewächshäuser oder geschützte Freilandstandorte. Beispiele: ‘Harzfeuer’, ‘Moneymaker’, ‘San Marzano’.
- Buschtomaten (begrenztes Wachstum): Sie wachsen buschig, erreichen eine bestimmte Größe und müssen nicht ausgegeizt werden. Ideal für Kübel, Balkone oder Hochbeete. Beispiele: ‘Roma’, ‘Micro Tom’, ‘Balkonstar’.
- Fruchtgröße und -form: Von kleinen Kirschtomaten über fleischige Ochsenherztomaten bis hin zu länglichen Flaschentomaten gibt es alles.
- Reifezeit: Frühreife Sorten sind gut für kühlere Regionen oder ungeduldige Gärtner. Spätreife Sorten liefern oft bis in den Herbst hinein.
- Standortansprüche: Es gibt spezielle Freilandtomaten, die robuster gegenüber Witterungseinflüssen sind, und Sorten, die sich besonders gut für den Anbau im Gewächshaus eignen.
- Krankheitsresistenzen: Achten Sie auf Sorten, die als resistent gegen bestimmte Krankheiten (z.B. Kraut- und Braunfäule) ausgewiesen sind, besonders wenn Sie in feuchteren Regionen gärtnern.
Für Anfänger empfehlen wir robuste, bewährte Sorten wie ‘Harzfeuer’ (Stabtomate, mittelgroße Früchte), ‘Roma’ (Buschtomate, ideal für Soßen) oder ‘Moneymaker’ (Stabtomate, ertragreich).
Der Start: Tomaten aus Samen vorziehen
Das Vorziehen der Tomaten aus Samen ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Ernte. Es ermöglicht den Pflanzen, eine gute Größe und Stärke zu entwickeln, bevor sie den Herausforderungen des Freilands ausgesetzt werden.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Vorziehen?
In Deutschland beginnt man in der Regel zwischen Ende Februar und Mitte März mit dem Vorziehen. Dies gibt den Pflanzen ausreichend Zeit, um bis zu den Eisheiligen (Mitte Mai) kräftig genug für das Auspflanzen zu sein. Eine zu frühe Aussaat führt zu vergeilten, schwachen Pflanzen, die unter Lichtmangel leiden.
Was Sie für die Anzucht benötigen:
- Tomatensamen: Wählen Sie hochwertige Samen von vertrauenswürdigen Quellen.
- Anzuchterde: Spezielle Anzuchterde ist nährstoffarm, locker und steril. Sie fördert die Wurzelbildung und verhindert Krankheiten. Normale Blumenerde ist zu reichhaltig und kann Keimlinge schädigen.
- Anzuchtgefäße: Anzuchtschalen, kleine Töpfe (ca. 5-8 cm Durchmesser), Multitopfplatten oder Jiffy-Quellen eignen sich hervorragend. Achten Sie auf Abzugslöcher, um Staunässe zu vermeiden.
- Zimmergewächshaus oder transparente Abdeckung: Eine Haube sorgt für ein feuchtes Mikroklima und fördert die Keimung.
- Sprühflasche: Zum sanften Befeuchten der Erde.
- Heller Standort: Ein sonniges Fensterbrett (Südseite) ist ideal. Bei unzureichendem Licht ist eine Pflanzenlampe empfehlenswert, um das “Vergeilen” (langes, dünnes Wachstum) der Keimlinge zu verhindern.
- Optional: Heizmatte: Tomaten keimen am besten bei Temperaturen zwischen 20-25°C. Eine Heizmatte kann die Keimung beschleunigen. Eine bewährte Option ist die Romberg Heizmatte “Compact”, die Sie im Fachhandel für etwa 20-30 Euro finden und die eine gleichmäßige Wärme von unten gewährleistet.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Tomaten vorziehen:
- Vorbereitung der Anzuchtgefäße: Füllen Sie die Anzuchtschalen oder Töpfe locker mit Anzuchterde. Drücken Sie die Erde leicht an und befeuchten Sie sie gründlich mit der Sprühflasche. Die Erde sollte feucht, aber nicht nass sein.
- Samen säen: Setzen Sie die Tomatensamen einzeln in einem Abstand von etwa 2-3 cm in die Erde. Wenn Sie Multitopfplatten verwenden, legen Sie 1-2 Samen pro Kammer. Bedecken Sie die Samen anschließend nur dünn mit etwa 0,5 cm Anzuchterde oder feinem Sand. Tomaten sind Lichtkeimer, benötigen aber eine leichte Dunkelheit zur Keimung.
- Angießen und Abdecken: Befeuchten Sie die Oberfläche erneut vorsichtig mit der Sprühflasche. Decken Sie die Anzuchtgefäße mit einem transparenten Deckel oder einer Folie ab, um die Luftfeuchtigkeit hochzuhalten.
- Standort und Temperatur: Stellen Sie die Anzuchtgefäße an einen warmen, hellen Ort. Eine konstante Temperatur von 20-25°C ist ideal für die Keimung. Ein sonniges Fensterbrett oder der Einsatz einer Heizmatte sind hier von Vorteil.
- Regelmäßige Kontrolle: Halten Sie die Erde stets feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Lüften Sie das Zimmergewächshaus täglich für einige Minuten, um Schimmelbildung vorzubeugen.
- Keimung: Nach etwa 7-14 Tagen sollten die ersten Keimlinge erscheinen. Sobald die ersten grünen Spitzen zu sehen sind, entfernen Sie die Abdeckung, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten und die jungen Pflanzen abzuhärten.
- Licht und Temperatur nach der Keimung: Stellen Sie die jungen Keimlinge an den hellsten Ort, den Sie haben. Eine niedrigere Temperatur von etwa 18-20°C nach der Keimung fördert ein kräftiges, kompaktes Wachstum und verhindert das Vergeilen. Bei Lichtmangel kann eine Pflanzenlampe Wunder wirken.
Pikieren: Der erste Umzug für die Jungpflanzen
Das Pikieren ist ein wichtiger Schritt, um den jungen Tomatenpflanzen mehr Platz und Nährstoffe zu geben und ihr Wurzelwachstum zu fördern.
Warum pikieren?
- Stärkung der Wurzeln: Durch das Umpflanzen werden feine Haarwurzeln beschädigt, was die Pflanze anregt, neue, kräftigere Seitenwurzeln zu bilden.
- Mehr Platz: Die Keimlinge erhalten mehr Raum, um sich optimal zu entwickeln, ohne sich gegenseitig zu bedrängen.
- Gleichmäßiges Wachstum: Schwächere Pflanzen können aussortiert werden, und die verbleibenden erhalten die besten Bedingungen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Pikieren?
Pikieren Sie Ihre Tomaten, sobald sie neben den beiden Keimblättern (die ersten Blättchen, die erscheinen) die ersten ein bis zwei echten Blattpaare entwickelt haben. Dies ist meist 2-3 Wochen nach der Keimung der Fall.
Wie man Tomaten pikiert:
- Vorbereitung: Bereiten Sie größere Töpfe (ca. 8-10 cm Durchmesser) mit frischer, nährstoffreicherer Pflanzerde (keine reine Anzuchterde mehr) vor. Bohren Sie mit einem Pikierstab oder einem Bleistift ein Loch in die Mitte jedes Topfes.
- Pflanze entnehmen: Nehmen Sie die Keimlinge vorsichtig aus der Anzuchtschale. Am besten geht das mit einem speziellen Pikierstab oder einem kleinen Löffel. Fassen Sie die Pflanze dabei immer an den Keimblättern an, niemals am Stiel - dieser ist sehr empfindlich.
- Tief setzen: Setzen Sie den Keimling tiefer in den neuen Topf, als er zuvor stand. Idealerweise sollte der Stiel bis kurz unter die Keimblätter in der Erde sein. Tomaten bilden am Stiel neue Wurzeln, was zu einer stabileren Pflanze führt.
- Andrücken und Angießen: Drücken Sie die Erde um den Stiel vorsichtig an und gießen Sie die pikierten Pflanzen gut an.
- Pflege nach dem Pikieren: Stellen Sie die pikierten Pflanzen an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Ort für ein paar Tage, damit sie sich erholen können. Halten Sie die Erde feucht.
Tomaten abhärten: Fit für den Garten machen
Bevor Ihre Tomatenjungpflanzen ins Freiland oder Gewächshaus umziehen, müssen sie an die äußeren Bedingungen gewöhnt werden. Dieser Prozess wird als Abhärten bezeichnet.
Warum ist Abhärten wichtig?
Ohne Abhärtung würden die im Haus verwöhnten Pflanzen einen Schock erleiden und könnten eingehen. Sie müssen sich an Wind, direkte Sonneneinstrahlung, Temperaturschwankungen und UV-Strahlung gewöhnen.
Wie man Tomaten abhärtet:
Beginnen Sie etwa 7-14 Tage vor dem geplanten Auspflanztermin.
- Tag 1-3: Stellen Sie die Pflanzen für ein paar Stunden an einen geschützten, schattigen Ort im Freien (z.B. unter einen Baum oder auf eine überdachte Terrasse). Holen Sie sie abends wieder herein.
- Tag 4-7: Erhöhen Sie die Aufenthaltsdauer im Freien und stellen Sie die Pflanzen allmählich an sonnigere Plätze. Achten Sie darauf, dass sie vor starkem Wind geschützt sind.
- Tag 8-14: Wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, können die Pflanzen auch über Nacht draußen bleiben, idealerweise an einem geschützten Ort. Bei sehr kalten Nächten (unter 8-10°C) sollten Sie sie jedoch wieder hereinholen.
- Wichtig: Achten Sie während des Abhärtens besonders auf eine ausreichende Wasserversorgung, da die Pflanzen im Freien schneller austrocknen.
Der Umzug ins Freiland oder Gewächshaus: Tomaten auspflanzen
Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ist es in der Regel frostfrei, und Ihre abgehärteten Tomatenpflanzen sind bereit für ihren endgültigen Standort.
Der optimale Standort
- Sonne: Tomaten sind Sonnenanbeter! Wählen Sie einen Standort, der mindestens 6-8 Stunden direkte Sonne pro Tag erhält.
- Windschutz: Ein geschützter Standort, z.B. an einer Hauswand oder Hecke, ist ideal. Er schützt vor Windbruch und reduziert das Risiko von Pilzkrankheiten, da die Blätter schneller abtrocknen.
- Boden: Tomaten bevorzugen einen tiefgründigen, nährstoffreichen, humosen und gut durchlässigen Boden.
Bodenvorbereitung
Bereiten Sie den Boden am geplanten Standort gut vor:
- Lockern: Lockern Sie den Boden tiefgründig auf (spaten- oder grabegabeltief).
- Nährstoffe: Arbeiten Sie reichlich Kompost, gut verrotteten Mist oder speziellen Tomatendünger in den Boden ein. Eine Handvoll Hornspäne pro Pflanzloch liefert Langzeitnährstoffe.
- pH-Wert: Tomaten mögen einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert (6,0-7,0).
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Auspflanzen:
- Pflanzabstand: Halten Sie ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen ein, damit Luft zirkulieren kann und sich Pilzkrankheiten nicht so leicht ausbreiten. Für Stabtomaten planen Sie etwa 60-80 cm Abstand in der Reihe und 80-100 cm zwischen den Reihen ein. Buschtomaten benötigen etwas weniger Platz.
- Pflanzloch: Graben Sie ein Pflanzloch, das doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen.
- Tief setzen: Nehmen Sie die Tomatenpflanze vorsichtig aus dem Topf. Entfernen Sie die untersten Blätter. Setzen Sie die Pflanze tief in das Pflanzloch, sodass etwa zwei Drittel des Stiels unter der Erde liegen. Auch hier bilden sich am Stiel neue Wurzeln, was die Pflanze stabiler macht und die Nährstoffaufnahme verbessert.
- Erde auffüllen und andrücken: Füllen Sie das Pflanzloch mit der vorbereiteten Erde auf und drücken Sie sie vorsichtig an.
- Angießen: Gießen Sie die frisch gepflanzten Tomaten sofort gründlich an. Bilden Sie gegebenenfalls einen kleinen Gießrand um die Pflanze, damit das Wasser gezielt zu den Wurzeln gelangt.
- Stütze anbringen: Bringen Sie direkt beim Auspflanzen eine stabile Stütze an (Pflanzstab, Spirale, Rankhilfe). Das vermeidet spätere Beschädigungen der Wurzeln.
Tomatenpflege für eine reiche Ernte
Die richtige Pflege ist entscheidend für gesunde Pflanzen und eine üppige Ernte.
Gießen
- Regelmäßig und ausreichend: Tomaten benötigen viel Wasser, besonders während der Fruchtbildung. Gießen Sie regelmäßig, am besten morgens, und vermeiden Sie ein Austrocknen des Bodens.
- Wurzelnah gießen: Gießen Sie immer direkt an den Wurzeln und vermeiden Sie es, die Blätter nass zu machen. Nasse Blätter, besonders am Abend, fördern Pilzkrankheiten wie die Kraut- und Braunfäule.
- Mulchen: Eine Mulchschicht aus Stroh, Rasenschnitt oder Rindenmulch hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu halten, unterdrückt Unkraut und sorgt für eine gleichmäßigere Bodentemperatur.
Düngen
Tomaten sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe.
- Organischer Dünger: Während der Wachstums- und Fruchtbildungsphase ist eine regelmäßige Düngung wichtig. Verwenden Sie speziellen organischen Tomatendünger, z.B. Neudorff TomatenDünger (ca. 10-15 Euro pro Packung) oder selbstgemachte Brennnesseljauche.
- Düngeschema: Beginnen Sie mit der Düngung etwa 2-3 Wochen nach dem Auspflanzen und wiederholen Sie diese je nach Produktanweisung alle 2-4 Wochen.
Ausgeizen
Das Ausgeizen ist bei Stabtomaten unerlässlich.
- Was sind Geiztriebe? Geiztriebe sind kleine Seitentriebe, die in den Blattachseln (zwischen Hauptstamm und Blättern) wachsen.
- Warum ausgeizen? Sie konkurrieren mit der Hauptpflanze um Nährstoffe und Licht, verzögern die Fruchtreife und führen zu einem undurchdringlichen Dickicht. Durch das Entfernen konzentriert die Pflanze ihre Energie auf die Haupttriebe und die Fruchtbildung.
- Wie ausgeizen? Brechen Sie die Geiztriebe regelmäßig (mindestens einmal pro Woche) mit den Fingern heraus, solange sie noch klein sind.
Anbinden und Stützen
Stabtomaten benötigen eine stabile Stütze, da sie sonst unter der Last der Früchte umknicken.
- Pflanzstäbe: Robuste Holz- oder Metallstäbe. Stecken Sie diese tief in die Erde.
- Spiralstäbe: Metallspiralen, durch die die Tomatenpflanze nach oben wächst. Sie bieten guten Halt und sind einfach in der Handhabung. Ein Tomaten-Spiralstab aus verzinktem Metall, 180cm, im 5er-Set, ist eine gute Wahl und kostet etwa 20-30 Euro.
- Tomatenkäfige: Stabile Drahtkonstruktionen, die die Pflanze umschließen und ihr Halt geben.
Hier ein Vergleich der gängigsten Stützsysteme für Tomaten:
| Merkmal | Pflanzstab (Holz/Metall) | Spiralstab (Metall) | Tomatenkäfig (Draht) |
|---|---|---|---|
| Material | Holz, Bambus, verzinkter Stahl | Verzinkter Stahl | Verzinkter Stahl, Kunststoff ummantelt |
| Stabilität | Gut, wenn tief genug gesteckt; muss regelmäßig angebunden werden | Sehr gut, wenn die Pflanze hineinwächst | Sehr gut, umschließt die Pflanze vollständig |
| Handhabung | Pflanze muss regelmäßig angebunden werden | Pflanze wächst selbstständig durch die Spirale | Pflanze wächst innerhalb des Käfigs, minimales Anbinden nötig |
| Ausgeizen nötig? | Ja | Ja, aber etwas einfacher zugänglich | Ja, kann durch die Käfigstruktur erschwert werden |
| Platzbedarf | Gering | Gering | Mittel bis hoch, je nach Größe |
| Kosten | Gering bis mittel | Mittel | Mittel bis hoch |
| Vorteile | Flexibel, einfach zu installieren | Weniger Anbindearbeit, gute Luftzirkulation | Sehr stabil, guter Schutz, wenig Anbindearbeit |
| Nachteile | Regelmäßiges Anbinden erforderlich | Manchmal muss nachgeholfen werden, dass die Pflanze in die Spirale wächst | Optisch auffälliger, kann das Ausgeizen erschweren |
Krankheiten und Schädlinge
- Prävention ist alles: Achten Sie auf ausreichenden Pflanzabstand, gute Luftzirkulation, nicht von oben gießen und resistente Sorten wählen.
- Kraut- und Braunfäule: Dies ist die häufigste und gefürchtetste Tomatenkrankheit. Sie tritt besonders bei feuchtem, kühlem Wetter auf. Entfernen Sie befallene Blätter sofort und entsorgen Sie diese nicht auf dem Kompost.
- Blattläuse: Bei leichtem Befall mit einer Mischung aus Wasser und Schmierseife besprühen. Nützlinge wie Marienkäfer fördern.
- Weitere Tipps zur Pflanzenpflege finden Sie auch in unserem Gartenkalender.
Die Tomatenernte: Wann sind sie reif?
Der Höhepunkt Ihrer Arbeit ist die Ernte der reifen, saftigen Tomaten.
Erntezeitpunkt erkennen
- Farbe: Die meisten Tomaten wechseln ihre Farbe von Grün zu Rot, Gelb, Orange oder Violett, wenn sie reif sind. Achten Sie auf die sortentypische Endfarbe.
- Festigkeit: Reife Tomaten geben bei leichtem Druck etwas nach, sind aber nicht matschig.
- Geruch: Eine reife Tomate verströmt einen intensiven, aromatischen Duft, besonders am Stielansatz.
- Leichtes Ablösen: Eine reife Tomate lässt sich leicht vom Stiel lösen, oft mit dem Kelchblattansatz.
Richtig ernten
Pflücken Sie die Tomaten vorsichtig, indem Sie den Stielansatz festhalten und die Frucht mit einer leichten Drehbewegung abnehmen. Ernten Sie regelmäßig, um die Pflanze zu weiterer Fruchtbildung anzuregen.

Abschließende Tipps für Tomatenliebhaber
- Fruchtfolge beachten: Pflanzen Sie Tomaten nicht jedes Jahr an denselben Standort, um Bodenmüdigkeit und die Anreicherung von Krankheitserregern zu vermeiden. Eine Anbaupause von 3-4 Jahren ist ideal.
- Gute Nachbarn: Tomaten fühlen sich neben Basilikum, Petersilie, Ringelblumen oder Knoblauch wohl. Schlechte Nachbarn sind Kartoffeln und Erbsen.
- Späte Ernte: Wenn die Temperaturen im Herbst sinken und die ersten Fröste drohen, können Sie noch unreife Tomaten ernten und diese an einem warmen, dunklen Ort nachreifen lassen. Auch das Aufhängen ganzer Pflanzen kopfüber im Keller kann funktionieren.
- Samen gewinnen: Wenn Sie samenfeste Sorten anbauen, können Sie aus den reifsten Früchten Samen für das nächste Jahr gewinnen. Das ist ein weiterer Schritt zur Unabhängigkeit und Selbstversorgung.
- Austausch mit anderen: Tauschen Sie sich mit anderen Querbeetlern in Ihrer Umgebung aus. Oft gibt es wertvolle lokale Tipps und Tricks, die in keinem Buch stehen.
Das Anbauen von Tomaten aus Samen ist ein wunderbares Erlebnis, das Geduld und Aufmerksamkeit erfordert, aber mit einer Fülle von aromatischen Früchten belohnt wird. Mit dieser Anleitung haben Sie das nötige Wissen, um Ihre eigenen Tomaten erfolgreich anzubauen und den Sommer in vollen Zügen zu genießen.
FAQ-Bereich
Warum werden meine Tomatenpflanzen gelb?
Gelbe Blätter an Tomaten können verschiedene Ursachen haben: Nährstoffmangel (besonders Stickstoff, Magnesium), Über- oder Unterwässerung, zu kalte Temperaturen oder auch Krankheiten. Überprüfen Sie die Erde auf Feuchtigkeit, düngen Sie bei Bedarf und sorgen Sie für eine angemessene Temperatur.
Muss ich Tomaten ausgeizen?
Ja, Stabtomaten sollten regelmäßig ausgegeizt werden. Das Entfernen der Seitentriebe (Geiztriebe) fördert das Wachstum der Haupttriebe, verbessert die Luftzirkulation und lenkt die Energie der Pflanze in die Fruchtbildung, was zu einer früheren und reicheren Ernte führt. Buschtomaten müssen in der Regel nicht ausgegeizt werden.
Wann ist der beste Zeitpunkt, Tomaten ins Freiland zu pflanzen?
In Deutschland ist der beste Zeitpunkt nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai. Zu diesem Zeitpunkt ist die Gefahr von Nachtfrösten in den meisten Regionen gebannt. Die Pflanzen sollten vorher abgehärtet worden sein.
Welche Erde ist am besten für Tomaten?
Tomaten bevorzugen eine nährstoffreiche, humose und gut durchlässige Erde mit einem leicht sauren bis neutralen pH-Wert (6,0-7,0). Eine Mischung aus Gartenerde, reifem Kompost und etwas Sand oder Perlit ist ideal. Für die Anz